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Bienen-Produkte.

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Honig.
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Honig ist nicht nur süss sondern kann auch das Wachstum vieler Bakterien, inklusive viele Pathogene hemmen. Wird Honig bei Licht im Glas gelagert, so nimmt seine antibakterielle Aktivität Schaden. Honige, die in lichtundurchlässigen, für Lebensmittel geeigneten Behältern gelagert werden, bewahren ihre antibakterielle Aktivität länger. Um die antibakterielle Wirkung des Wasserstoffperoxids zu erhalten, soll Honig kühl und dunkel aufbewahrt werden. Zu Erhaltung der Gesundheit empfiehlt es sich frischen, naturbelassenen Honig zu verwenden.

Wundbehandlung
In der Schweiz hat Kathrin Rieder Honig in verschiedenen Situtationen im Spital angewendet. Im Universitätsspital von Limoges hat Prof. Descottes Honig in Hunderten von Fällen erfolgreich benutzt. Meistens wird natürlicher, unbehandelter Honig eingesetzt. In westeuropäischen Spitälern muss der Honig in der Regel sterilisiert sein.

Honigmassage
Die Honigmassage hat eine lange Tradition. Diese Methode wurde von Schamanen praktiziert und fand in der tibetischen Medizin Anwendung. Oleg Lohnes, russischer Ingenieur, Gründer des Instituts für Alternative Medizin in Kiew, hat die Honigmassage wieder in die Praxis eingeführt. Mit der Honigmassage werden Schlackenstoffe und Gifte aus dem Körpergewebe herausgezogen.



Pollen.
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Der Blütenstaub bzw. Pollen ist die Proteinquelle der Honigbienen und wird in den Staubgefässen der Blüten gebildet. Die Pollen sind die männlichen Keimzellen der Pflanzen. Der Imker kann den von den Bienen gesammelten Pollen mit speziellen Fallen ernten. Solcher Bienenpollen wird in der Regel in Reformhäusern und Spezialgeschäften verkauft. Die Bienen sammeln Pollen sehr spezifisch; der Imker jedoch sammelt eine Pollenmischung. In Europa sind dies etwa 30 verschiedene Pollenarten. Mengenmässig machen dabei Mais, Weissklee, Löwenzahn, Wegerich, Raps, Ahorn, Weide und Rotklee den weitaus grössten Anteil aus. Der in den Waben eingelagerte Bienenpollen ist fermentiert und heisst Bienenbrot. Die Zellwände des Pollens sind durch die Fermentation teilweise aufgeschlossen, so dass Bienenbrot als besser verdaulich gilt. Die Gewinnung von Bienenbrot ist sehr aufwändig, deshalb ist das Angebot entsprechend beschränkt.

Apitherapie
Nach 29 entfalten spezielle Pollenarten unterschiedliche physiologische Wirkungen: Lavendel- und Rosmarinpollen können den Appetit anregen, Akazienpollen können beruhigend wirken, Citruspollen können gegen Schlaflosigkeit wirken, Rapspollen gegen Geschwüre, Thymianpollen können die mentale Fähigkeit verbessern, Eukalyptus und Orangenblütenpollen können den Muskeltonus verbessern. Pollenintoleranz bei Einnahme ist relativ selten, im Gegensatz zu den weitverbreiteten Problemen mit dem Luftpollen. Eine generell gesundheitsfördernde Wirkung des Pollens kann auch auf seine Wirkung auf das Immunsystem zurückzuführen sein, denn Pollen gilt als Immunoregulator. Durch eine lang dauernde, tief dosierte Zufuhr von aufgeschlossenem Pollen könnte sich eine Linderung von Heuschnupfensymptomen erreichen.



      
                                              
Propolis.
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In den gemässigten Klimazonen sammeln Bienen Pflanzenharze in erster Linie an Knospen von Pappeln, aber auch von anderen Bäumen und Pflanzen. Die Propolis aus tropischen Gebieten stammt aus anderen Pflanzen. Besonders verbreitet dort ist die grüne Propolis aus Brasilien. Die Bienen vermischen diese Rohstoffe mit Wachs und eigenen Sekreten zu Propolis. Damit desinfizieren sie die Innenräume ihres Baus und dichten kleinere Ritzen ab. Mit Propolis desinfizieren die Bienen den ganzen Wabenbau.

Apitherapie

Propolis hat verschiedene biologische Wirkungen, vor allem eine ausgeprägte antibiotische, antivirale sowie pilzhemmende Wirkung. Es gilt als das stärkste naturliche Antibiotikum und da die antibiotische Wirkung auf vielen verschiedenen Substanzen beruht, ist eine Resistenzbildung ausgeschlossen.



Gelée Royale.
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Shakespeare konnte nicht vermuten, dass eine Königin für Ordnung in Bienenreich sorgt! Und bis ins letzte Jahrhundert wusste man nicht, dass dank dem speziellen Königinnen Futtersaft „Gelée Royale“ eine normale Bienenlarve sich zur Königin entwickelt, welche viel länger lebt als eine gewöhnliche Arbeitersbiene. Die Gewinnung von Gelée Royale (GR) ist aufwändig. In grösseren Mengen wird GR vor allem in China mittels eigens dafür ausgerichteter Bienenhaltung gewonnen. In der Schweiz wird kaum GR für den Handel geerntet. Gelée Royale ist für den Menschen eine Nahrungsergänzung. Es figuriert in der schweizerischen Lebensmittelverordnung als Lebensmittel und ist im Lebensmittelbuch umschrieben. In einigen Ländern gibt es ebenfalls Standards aber nicht weltweit.

Apitherapie
Gelée Royale hat vor allem eine Bedeutung im Bereich von Gesundheit und Wellness. Im fernen Osten, wo dieses Produkt für seine gesundheitsfördernde Wirkung bekannt und entsprechend geschätzt ist, wird intensiv über die biologische Wirkung von Gelée Royale geforscht. Die 10-Hydroxy-2-decensäure, die Hauptsäure des Gelée Royale, ist ein wichtiger antibakterieller Wirkstoff.



Bienengift.
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Es gibt kein anderes Bienenprodukt mit so vielfältigen biologischen Wirkungen. Es ist auch das Bienenprodukt, das in der biologischen und medizinischen Forschung weitaus am intensivsten erforscht wurde. Weltweit ist es auch das Produkt, das bei der Schulmedizin am meisten Anerkennung geniesst. Bienengift oder seine Komponenten werden in der Apitherapie, in der Allergologie und auch in der experimentellen Biologie verwendet. In den USA versteht man unter Apitherapie in erster Linie Therapie mit Bienengift.

Apitherapie  
Bienengift wird in der Form von Injektion von reinem Bienengift, aber auch als direkter Bienenstich therapeutisch angewendet, z.B. in spezifische Akupunkturpunkte als ApiPunktur. Pharmakologisch ist es das wirksamste Bienenprodukt. Beim Bienenstich gelangen 0,1 bis 0,3 mg Bienengift in den Körper, bei der Injektion werden ca. 0,1 mg injiziert. Ein wichtiger Teil der therapeutischen Wirkung beruht auf der Stimulation der körpereigenen Cortison Bildung. Vor einer Behandlung durch einen Spezialisten muss unbedingt eine allfällige Allergie abgeklärt werden.



Wachs.
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Die Farbe des frisch produzierten Bienenwachses ist weiss, später wird es durch Zusatz von Propolis und Pollenfarbstoffen gelb. Die Wachsfarbe kann je nach Pollen und Propolispigmenten variieren. Bienenwachs hat einen typischen Geruch, der vom Bienenstock, von Honig, Propolis und Pollen mitgeprägt ist. Der Geschmack des Bienenwachses ist normalerweise angenehm. Unangenehmer Geruch oder Geschmack wären ein Zeichen von Qualitatsproblemen.

Apitherapie

Die einzigartigen Eigenschaften des Bienenwachses erleichtern die Bildung stabiler Emulsionen und steigern die Wasserbindungskapazitat von Salben und Crèmen. Bienenwachs verstärkt die Wirkung von Seifen, verleiht der Haut eine Schutzschicht und erhöht ihre Elastizität und Formbarkeit. Weiter erhöht Bienenwachs die Schutzkraft von Sonnencrèmen. Im Gegensatz zu anderen kosmetischen Zusätzen provoziert Bienenwachs keine allergischen Reaktionen. Diese Eigenschaften, zusammen mit einer ausgeprägten antiobiotischen Wirkung, machen Bienenwachs zu einem unersetzlichen Bestandteil von Kosmetika. Bienenwachs verbessert Aussehen und Konsistenz von Crèmen und Lotions und ist auch eine bevorzugter Zusatz fur Lippenstifte, weil es zu Glanz, Konsistenz und Farbstabilisierung beiträgt.



Stockluft.
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Die Bienenbeute ist ein straff durchorganisiertes Netzwerk. In einem Bienenstock sind bis zu 40.000 Bienen, die täglich viele Stoffe sammeln und in ihrem Bienenstock die zur Stockluft nötigen Produkte herstellen. Das sind Honig, Pollen, Wachs und Propolis. Propolis ist ein von den Bienen hergestelltes natürliches Antibiotikum. In einer Bienenbeute sind täglich viele Fremdkörper, Bakterien und Pilze die durch dieses Antibiotika behandelt und abgetötet werden. Diese Techniken der Bienen machen wir uns für die Stockluft zu Eigen. Besonders die wertvollen Inhaltsstoffe, wie ätherische Öle und Flavonoide werden durch die Wärme im Bienenvolk und durch die Ventilation an die Luft abgegeben. Anwendung von Bienenprodukten ist eine der ältesten Methoden (Apitherapie) mit sehr langer Tradition und Erfahrung und für jeden rezeptfrei erhältlich. Stockluft ist kein Arzneimittel sondern ein Naturprodukt, welches durch das Einatmen der Bienenluft von außen in den Organismus gelangt.

Es ist aber zu beachten, dass Personen, die an einer überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten gegenüber Stoffen aus der Umwelt oder an Asthma leiden, diese Anwendung nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker durchführen sollten.




Lesestoff.
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Spannende und ausführliche Infos inkl. Anwendungen/Rezepte zu Honig und den anderen Bienenprodukten finden sie hier
(
Herausgeber: Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP, Zentrum für Bienenforschung, Bern)

Wer es nicht so ausführlich mag, hier einige Kurzversionen:
Bienenprodukte für Gesundheit und Ernährung
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